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Crafter2Craftsmen: Muss es auf Island unbedingt Allrad sein?

Die Annahme, die komplette Insel Island sei mit Schnee bedeckt und man könne dort nur mit Allrad sicher von A nach B kommen, hört man immer wieder. Doch keine Sorge, so schlimm sind die Verhältnisse auf Island garnicht. Wir besuchten vor einigen Tagen den neuen VW Crafter, der bei seiner Crafter2Craftsmen Tour quer durch Europa gerade auf Island angekommen war. Den Crafter gibt es derzeit nur mit Frontantrieb und er hat es trotzdem unfallfrei einmal komplett um die Insel herum geschafft und ist sogar aus einer Fahrt in das Hochland sicher wieder zurück in die Zivilisation nach Reykjavik gekehrt!

Was macht überhaupt ein Crafter auf Island?

Im Rahmen der Crafter2Craftsmen Tour startete der neue VW Crafter im November von Hannover aus seine Tour quer durch Europa. Ziel sind 42.000 Km (das entspricht etwa einer Erdumrundung), um die Verlässlichkeit des neuen Modells, das nun in einem eigenen Werk in Polen gebaut wird, zu beweisen. Nach etwa der Hälfte der Strecke macht der Crafter noch keinerlei Probleme und das Team ist fest davon überzeugt, dass es auch so bleiben wird. In jedem Land wird ein Handwerker besucht und dessen Arbeit genauer vorgestellt. Denn gerade die Craftsmen sind es, die den Crafter im Alltag gebrauchen und auf deren Erfahrungswerten das neuste Modell überarbeitet wurde. Die Aktion wird über diverse Kanäle (wie Facebook oder Instagram) geteilt, sodass die Geschichten der Handwerker und die Abenteuer des Crafter-Teams jederzeit mitverfolgt werden können.

Der Crafter mit Frontantrieb in der Stadt Reykjavik

Island besteht aus vulkanischem Gestein. Auf der Insel gibt es unzählige heiße Quellen, aus denen es dampft und brodelt. Zu Recht wird diese natürliche Energie auch für den Menschen genutzt. Neben dem Beheizen von Häusern und der Gewinnung von Warmwasser werden auch die Gehsteige und Straßen durch das heiße Wasser beheizt. Wie eine riesige Fußbodenheizung schlängeln sich durch Reykjavik bzw. unterhalb von Gehsteigen und Straßen kilometerlang Rohre, durch die das warme Wasser fließt, bevor es im Meer mündet. Dadurch können die Straßen der Hauptstadt kaum einfrieren und auch Fußgänger sind vor Eisplatten geschützt. Eine Autofahrt im Winter durch Reykjavik stellt auch für Fahrzeuge ohne Allradantrieb keine Gefahr da. Wenn es doch einmal stark schneit oder die Temperaturen weit unter 0°C fallen, gibt es Räumdienste, die zwar wenig, aber wenn nötig zusätzlich Salz streuen. Für den Crafter war der Stadtverkehr auf Island also nichts anderes als die alltäglichen Kurierfahrten in deutschen Städten.

Schotterstraßen südwestlich von Reyjkavik

Auf ins Hochland mit Frontantrieb

Nur in der Stadt zu bleiben wäre ja langweilig. Deshalb sind wir natürlich auch in das verschneite Hochland gefahren. Vorneweg der frontgetrieben Crafter, gefolgt von drei Mietwagen, die sowohl Winterreifen mit Spikes als auch Allrad an Bord hatten. Mit ordentlich Speed ging es erst eine asphaltierte Straße entlang, bis diese zu einer Schotterpiste wurde. Wenn man das Lenkrad gut festhält und keine hektischen Bewegungen macht, bleibt das Fahrzeug auch bei schneebedeckten, nicht asphaltierten Straßen in der Spur. Wichtig ist, dass man einen verlängerten Bremsweg einkalkuliert und entsprechend vorausschauend fährt. Wir haben trotz Minustemperaturen, zentimeterhohen Schnee auf der Straße und anfrierendem Schneematsch keine gefährliche Situation erlebt – über insg. etwa 500 Kilometer. Wer sein Fahrzeug beherrscht und weiß, wie es reagiert, kann die freigegebenen Straßen Islands auch mit Frontantrieb fahren. Natürlich sollte man nicht von den Hauptstraßen abfahren oder auf Entdeckungstour auf kleine Wege inmitten des Berglands fahren, denn hier kann man leicht stecken bleiben und die Bergungskosten sind dann extrem hoch.

Wenn es doch mal abenteuerlicher zugehen soll…

… empfiehlt es sich einen Mietwagen zu nehmen, der sowohl Allradantrieb als auch Reifen mit Spikes hat. Ist man mit solch einer winterlichen Ausrüstung ausgerüstet, kann man bei bedachter Fahrweise eigentlich nichts falsch machen und beruhigt quer durch Island fahren. Wichtig: Wer sich auch an Flussdurchfahrten wagen möchte, sollte unbedingt an einen Mietwagen mit genug Bodenfreiheit, also größere SUVs, denken. Viele Privat-PKWs der Isländer sind mit Spikes ausgestattet, da sich durch die starken Temperaturschwankungen auf Island schnell einmal Eisflächen auf den Straßen bilden können. Mit Spikes hat das Auto in solch einer Situation dennoch Grip und kommt nicht ins Rutschen.

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Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und fortschrittliche Assistenzsysteme. Die neuesten Fahrberichte veröffentlicht er regelmäßig bei motoreport.de.

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